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Neugeborene an der (Über-)lebensgrenze

11. Mai 2017

Vallendar. Neopalliativmedizin aus medizinischer, ethischer und beraterischer Sicht

Nachbericht der 13. Medizinethischen Fachtagung am 06. Mai 2017 in der Phil. Theologischen Hochschule Vallendar

80 BeraterInnen, Hebammen, ÄrztInnen, SeelsorgerInnen, Therapeuten aus dem Frühförderkontext und betroffene Eltern trafen sich zur 13. ganztägigen Medizinethischen Fachtagung in Vallendar.

Prof. Schuchart SAC eröffnete die Veranstaltung, die traditionell an dem Samstag des Beginns oder des Endes der Woche für das Leben stattfindet und sich interdisziplinär mit ethisch relevanten Fragestellungen befasst.

Frau Dr. Longardt, Neonatologin der Charitè Berlin eröffnete die Thematik aus medizinischer Perspektive und benannte in eindrucksvoller Weise die Komplexität der Anforderungen rund um die frühen Geburten. Überlebenschancen für früh geborene Kinder bestehen bereits ab der 22. Schwangerschaftswoche, wobei Prognosen über bleibende Folgeschäden schwer zu geben sind und die zunehmende Schwangerschaftsdauer mehr Sicherheit bietet. Dennoch müssen die Grenzen der Apparatemedizin und der versorgungstechnischen Möglichkeiten gesehen werden und ein liebevoller, bindungsbezogener Abschied vom Kind ohne Hoffnung auf ein würdevolles Weiterleben möglich sein.

Die Eltern in engem Austausch mit dem BehandlerInnenteam müssen auf fachlicher und ethischer Basis eine tragfähige Entscheidung über ein individuelles Behandlungs- bzw. palliatives Konzept treffen und dieses im weiteren Verlauf überprüfen. Die Elternbeteiligung, deren Mittragen der Situation und emotionale Entlastung hat dabei eine zentrale Bedeutung, welche die Referentin in ihrer differenzierten und warmherzigen Art sehr gut deutlich machte. Sie stellte ebenfalls das Pränatalberatungs- und palliative Begleitungsprojekt der Charité unter Leitung von Dr. Garden und Frau von Hude vor und verwies auf deren neu erschienenes Buch.

Frau Helga Beisel, Gründerin der Elternbegleitung Leere Wiege Landau, arbeitete in klarer Sprache die Bedeutung der Trauerbegleitung bei frühen Kindsverlusten heraus und erläuterte Änderungen im Landesbestattungsgesetz und Personenstandsgesetz anhand einer sehr anschaulichen Übersicht. Krankenhäuser und Ambulanzen obliegt seit 2015 die Bestattungspflicht (anonym und im Sammelgrab) aller früh verstorbenen Kinder  unter 500g und aus Schwangerschaftsabbrüchen. Die Eltern müssen hierüber informiert werden und können darüber hinaus auf eigene Initiative namentliche Bestattungen durchführen lassen. Nähere Informationen sind über www.leere-wiege.com zu erhalten.

Herr Priv.Doz. Dr. Ingo Proft bearbeitete in seinem Beitrag die ethische Perspektive unter dem Titel: Leben ermöglichen-Sterben zulassen.  Er stellte die Komplexität der Entscheidungs-Thematik und die drei Argumentationsstränge sehr anschaulich dar, betonte in diesem Zusammenhang die Verantwortung auf der Basis eines christlichen Menschenbildes und die besondere Rolle des diagnosemitteilenden, behandelnden Arztes. Ein Klima der Unterstützung in einem `Kulturraum Krankenhaus` zu schaffen, ist nicht nur die Verantwortung der konfessionellen Häuser.

Frau Prof. Dr. Ursula Rieke stellte die fachberaterische Perspektive der Entscheidungsbegleitung nach schwerwiegenden vorgeburtlichen Diagnosen aus den Erfahrungen der Katharina Kasper Stiftung dar. Sie betonte, dass es um langfristig tragfähige Entscheidung für die jeweilige Frau, das jeweilige Paar geht, die von ihnen selbst in einem Klima von Anerkennung der Würde jedes einzelnen Menschen in Ruhe und mit möglichst viel Zeit getroffen werden müssen. Sie wies darauf hin, dass der Verweis auf das Angebot der Psychosozialen Beratung durch behandelnde Ärzte manchmal an der unglücklichen Benennung (`ich brauche die nicht … ich habe doch nichts mit der Psyche`) scheitere.  Es müsse über andere Begrifflichkeiten nachgedacht werden (prozessbegleitende Beratung?). Danach stellte sie das Kokon-Trauerprojekt der Stiftung vor und leitete so zu dem Beitrag des Elternpaares über, die aus persönlicher Betroffenheit ihre Geschichte 2016 in der ZEIT veröffentlich hatten und jetzt zum Erfahrungsbericht aus Greifswald angereist waren.

Frau Lutosch und Herr Möllmann berichteten in eindrucksvoller, engagierter und differenzierter Weise von ihrem persönlichen Weg des Umgangs mit einer schwerwiegenden Diagnose bei ihrem ungeborenen Kind. Sie suchten dabei nach adäquaten Informationen und mussten sich die Unterstützung für den palliativen Weg für ihr Kind zunächst regelrecht `erkämpfen`. Aus ihren vielfältigen Erfahrungen und der Erkenntnis, dass das bewusste Begleiten ihres Kindes bis in den Tod hinein und den Trauerritualen über den Tod hinaus, extrem hilfreich für deren weitere Lebensbewältigung und Familiengestaltung waren, motivierten sie die Zuhörerschaft der Tagung. Ihr Anliegen, das Wissen über diese Entscheidungsoption stärker in die Öffentlichkeit tragen und Ärzte und Einrichtungen zu ermutigen, palliative Angebote in der Neonatologie zu erweitern, erfuhr große Resonanz.

Diese war dann in der abschließenden Podiumsdiskussion zu spüren, die von Dipl. Psych. Anke Thullen, Berufsförderungswerk Heinrich-Haus Neuwied einfühlsam moderiert wurde.

Die schwierige und häufig tabuisierte Thematik des Todes am Lebensbeginn erfordert eine ebenso interdisziplinäre und sensible Palliativ- und Abschiedskultur, wie sie am Lebensende bereits gesellschaftlich verankert ist.

Mit diesen Informationen und Motivationen konnten die TagungsteilnehmerInnen zurück in ihre eigenen Arbeitskontexte gehen und werden ihre eigenen Impulse setzen.

Einen weiteren Bericht zu dieser Fachtagung finden Sie auch auf  http://www.pthv.de/institute/ethik-institut/veranstaltungen/#c7585 



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