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Das Projekt Matia und das Präventionsbüro Ronja

08. Mai 2019

Informationsveranstaltung aus der Vortragsreihe am Dienstag

Angebote für beeinträchtigte Frauen und Mädchen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind.

Die Mitarbeiterinnen der Katharina Kasper Stiftung, als langjährige Veranstalter der Vortragsreihe rund um das Leben in seiner Vielfalt, begrüßten Frau Howind-Vieregge und Frau Wienand vom Beginenhof Westerburg.  

Das Thema ist in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung von großer Bedeutung. Dennoch wird es häufig tabuisiert und bedarf weiterer öffentlicher Informationen. Von diesen konnten die Interessierten  an diesem Abend profitieren.

Die beiden Referentinnen machten in kompetenter, anschaulicher Weise ihre wertvollen Beratungs- und Präventionsangebote im Kontext von sexuellem Missbrauch deutlich. Die Angebote sind von Aktion Mensch als Projekte gefördert und befinden sich neben dem Frauennotruf, der Interventionsstelle, der Online-Beratung, dem Lädchen u.a. unter dem Dach des Frauenzentrums Beginenhof in Westerburg. Es bleibt zu hoffen, dass die Angebote über ihre zeitlichen Befristungen hinaus erhalten bleiben.

Sexuelle Gewalt findet zu 80% in Familien statt, ansonsten eher im persönlichen Nahfeld wie Freunde, Schule. Arbeitsplatz. Frauen sind zu 80% die Opfer. Das betrifft alle sozialen Schichten. Menschen mit wenig AnsprechpartnerInnen, geringer Widerstandskraft, gering ausgebildetem Selbstbewusstsein oder bei psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen findet man verstärkt in den Opferrollen. Nur 5% von Vergewaltigungen kommen zur Anzeige, die in 60 bis 80% nach Aktenlage eingestellt wird.

Sexuelle Gewalt hat viele Facetten von sexuell konnotierten Schimpfworten über Grenzüberschreitungen in Nähe, Berührung, Eindringen, Pornographie, Verkehr mit Kindern und Zwang zur Prostitution. Die MeToo Debatte hat in diesem Zusammenhang viel Aufmerksamkeit geweckt. Schutzkonzepte, wie sie derzeit für Einrichtungen im Kontext Umgang mit sexueller Gewalt entwickelt werden, sind ein wertvoller Ansatz.

Sexuelle Gewalt ist definiert durch Missachtung des Opferwillens, Machtgefälle zwischen Täter und Opfer und führt zu Demütigung und Unterwerfung mit lebenslangen Folgen. Täter können aus jedem Alter und jeder Schicht aus dem sozialen Nahbereich kommen. Sie sind zu 85% männlich und oft angesehene Bürger. Es geht um Machtausübung und Machtmissbrauch, um Ausnutzung der Bedürfnisse der Opfer  in ihrer Suche nach Aufmerksamkeit, Nähe und Zuneigung. Täter tragen die alleinige Verantwortung!

Die Folgen für die Opfer sind nicht immer zu erkennen, da die Symptome sehr unterschiedlich sein können: Schuldgefühle (unberechtigter maßen) Stimmungsschwankungen – Leistungsabfall- Wahrnehmungsstörungen-Angststörungen-Sucht- und selbstverletzendes Verhalten und vieles mehr. `Die Überlebens- und Verdrängungsstrategien des Körper´ sind dabei immer wieder erstaunlich.

Neben der direkten Unterstützung von Opfern oder deren Angehörigen, wie es Frau Howind-Vieregge aus dem Projekt Matia individuell anbietet, ist Prävention sehr wichtig.

Über das Präventionsbüro Ronja ist Frau Wienand Ansprechpartnerin für stärkende Angebote, wie WenDo Kurse für Mädchen ab 14 Jahren. In Veranstaltungen zu Selbstwahrnehmung, Selbsterfahrung und Wissensvermittlungen ist sie in Schulen und Einrichtungen vertreten.

Die ZuhörerInnen des Abends waren beeindruckt von dem fachlichen und menschlichen Engagement der beiden Projektleiterinnen. Es wurde auf persönlichen Erfahrungshintergründen die Wichtigkeit von größerer Wachsamkeit in der Gesellschaft diskutiert. Dazu zählt insbesondere das couragierte Eingreifen von Fachpersonal (Lehrpersonal) bei (verbalen) Grenzüberschreitungen von Menschen in Schulen und Einrichtungen.

Die Katharina Kasper Stiftung wird die Kooperation mit dem Beginenhof gerne weiter ausbauen.

 

 

 

   

 

 

 



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