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Pränatales Kindeswohl

21. Mai 2019

15. Medizinethische Fachtagung in Vallendar

.Pressenachbericht zur 15. Medizinethischen Fachtagung am 11.5.2019 zum Pränatalen Kindeswohl.

Sehr gut besucht von Studierenden bis zum Fachpersonal aus den Berufsfeldern Medizin, Pflege, Hebammenwesen, Beratung, so präsentierte sich die 15. Medizinethiktagung in der Philosophisch Theologischen Hochschule Vallendar. Das Weiterbildungsinstitut und das Ethikinstitut der Hochschule zusammen mit der Pränatalfachberatungsstelle Katharina Kasper Stiftung aus Dernbach waren die Veranstalter. Prof. Dr. P. Schuchart SAC eröffnete die Tagung (die sich alljährlich zeitlich an der Woche für das Leben orientiert) mit einer Wertschätzung für die fast 100 TeilnehmerInnen und die ReferentInnen aus verschiedenen Fachbereichen.

Prof. Dr. Rieke übernahm die Tagungsmoderation und leitete zum ersten Referenten, Herrn Dr. Wolfgang Paulus vom Zentrum für Reproduktionstoxikologie der Universität Ulm über. Das Spektrum der pränatalen Schädigungen reichte von morphologischen über biochemische bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern, so begann der Referent den Einführungsvortrag. In über 60% der Fälle sei eine Ursache nicht zu eruieren. Medikamente wie Valproinsäure zur Epilepsiebehandlung, Retinoide zur Aknetherapie und ebenfalls Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen könnten abhängig vom Einnahmezeitpunkt Folgeschäden beim Kind verursachen. Dabei spielten ungeplante Schwangerschaften eine besondere Rolle.

Die antidepressive Medikation betreffe ebenfalls viele Frauen. Im Einzelfall müsse der potentielle Schaden für das Kind gegen das Suizidrisiko und die psychische Stabilität der Mutter abgewogen werden.

Über allem stehe die Gefährdung durch Alkohol-, Nikotin- und Konsum anderer Drogen in der Schwangerschaft. Diese müsse von Behandlern sorgfältig eruiert werden. Individuelle Fachinformationen und Beratung im Einzelfall seien kostenfrei über das Zentrum für Reproduktionstoxikologie zu erhalten.

`Prävention der Alltagsdrogen´ waren das Thema des nächsten Referenten, Dr. Tobias Schwarz von der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Köln. Der Wissensstand über die Gefährlichkeit von Alkohol sei in der Bevölkerung bei über 90% vorhanden! Dennoch seien 10.000 Neugeborene jährlich in Deutschland von Schädigungsformen durch vorgeburtlichen Alkoholkonsum der Mutter betroffen. (FASD; FAS), davon 3.000 mit schwerwiegender Schädigung. Studien bestätigen in Deutschland bei 20% der Schwangeren einen moderaten bis riskanten Alkoholkonsum! Der Anteil der Raucherinnen liege bei ca. 11% in der Schwangerschaft und sei abnehmend über die letzten Jahre.

Im Konsumverhalten bezogen auf Alkohol und Nikotin seien Frauen häufiger alleinstehend, in schwieriger persönlicher Situation und unbeabsichtigt schwanger. Die Raucherinnen seien eher jünger mit niedrigerem Sozioökonomischen Status (SES). Die Alkohol konsumierenden Frauen seien eher älter mit höherem SES.

Prävention tue Not und Wissen allein scheine nicht die Lösung. Veränderungsbewusstsein und kleine Schritte in der Vorfreude auf das Kind zu nutzen, das ist das Anliegen der BZgA.

Die spezifischen Materialien in Papierform für Schwangere selbst und Fachpersonal werden ergänzt durch Online-Angebote auf verschiedenen Plattformen der BZgA. Alle Angebote sind kostenfrei!

Der Kinderarzt Dr. Hoppen, vom Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein Kemperhof stellte Bezüge zum Konsum in der Schwangerschaft mit geschädigten neugeborenen Kindern dar. Neben den medizinischen Herausforderungen zeigen sich im Krankenhausalltag Emotionen seitens des Personals gegenüber den konsumierenden Müttern.

Es gehe somit auch medizinethisch um die Vermeidung von Schaden, dabei hätten Eltern die Interessensvertretung und Ärzte die Garantenpflicht.

Von der Ethik, so schloss sich der Medizinethiker Prof. Proft dem Beitrag an, sind keine einfachen Lösungen in diesen schwierigen Situationen zu erwarten, aber eine Orientierungshilfe. Dabei rücke das Kindeswohl zunehmend über den Lebensschutz hinaus in die ethische Debatte. Es gehe um Verantwortung, stellvertretende Fürsorge, Bewusstseinsbildung und Annahme in einem Ungleichgewicht der Kräfte.

Nach der Mittagspause rückte Mala als betroffene Mutter und Alltagsexpertin ihre Erfahrungen mit Schwangerschaft unter widrigen Umständen in den Blick. Sie konnte Kränkungen und stärkende Einflüsse durch medizinisches Personal sehr gut benennen. Nach vielen Höhen und Tiefen inclusive Entzug des Sorgerechtes ist heute eine stabile familiäre Lebenssituation eingetreten.

Diese Aspekte brachte sie neben den Referenten unter Moderation von Frau Anke Thullen vom Heinrich Haus Engers in die Podiumsdiskussion ein.

Öfter dran denken! Eine größere Sensibilität im Umgang mit der Thematik sei von allen Beteiligten gefordert. Dabei müsse an Alkoholkonsum gedacht werden, selbst wenn er von Schwangeren selbst negiert werde.

Frau Nina Roth von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) Mainz verwies auf die Präventionsarbeit in Rheinland Pfalz und stellte das Puppenmodell eines FAS geschädigten Babys vor.

Präventionsangebote nutzen, Konsumfragen im Alltag häufiger thematisieren – dabei in Beziehung zu den Schwangeren treten und Selbstwirksamkeit und Verantwortung im Umgang mit Suchtstoffen stärken – mit dieser Botschaft traten die TagungsteilnehmerInnen den Heimweg an.

Die Podcasts der Fachvorträge sind auch über die Philosophisch Theologischen Hochschule Vallendar abzurufen. Für weitere Informationen Kontakt über Katharina Kasper Stiftung: Tel. 02602/949480

Text: Prof. Dr. Ursula Rieke
Fotos: Timo Kessler



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